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Berlinbesuch

Politik hautnah erleben und Geschichte unmittelbar begegnen – diese Möglichkeit nutzten 44 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Harburg bei einer dreitägigen politischen Informationsfahrt nach Berlin. Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Dr. Cornell Babendererde reiste die Gruppe gemeinsam mit dem Bus von Winsen (Luhe) in die Hauptstadt.

Das vom Bundespresseamt organisierte Programm bot vielfältige Einblicke in politische Abläufe, historische Zusammenhänge und aktuelle gesellschaftliche Themen. Im Futurium, dem „Haus der Zukünfte“, setzten sich die Gäste mit Fragen rund um die Welt von morgen auseinander. Die interaktive Ausstellung lud dazu ein, sich mit Zukunftsfragen rund um Gesellschaft, Technologie und Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.
Besonders eindrücklich war der Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der ehemaligen Unter-suchungshaftanstalt der Stasi. Geführt von Zeitzeugen erhielten die Gäste unmittelbare Einblicke in persönliche Schicksale und Erfahrungen politischer Verfolgung.

Emotional wurde es auch im Dokumentationszentrum „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“. Für einige Teilnehmende war der Besuch eng mit der eigenen Familiengeschichte verbunden. Erinnerungen wurden wach, Erfahrungen geteilt – ein bewegender Moment des Austauschs.
Ein sehr praxisnaher Einblick eröffnete sich bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Dort wurde deutlich, welche zentrale Rolle das THW im Bevölkerungsschutz einnimmt. Als Einsatzorganisation des Bundes leistet es unter anderem technische Hilfe bei Katastrophen und Unglücksfällen, beispielsweise bei der Wiederherstellung und Sicherung wichtiger Infrastruktur wie der Strom- und Wasserversorgung. Auch die enge Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften, insbe-sondere der Feuerwehr, wurde anschaulich vermittelt. Besonders beeindruckte das hohe ehrenamtliche Engagement: Insgesamt sind rund 88.000 Helferinnen und Helfer für das THW sowohl im Inland als auch international im Einsatz.

Den politischen Höhepunkt bildete der Besuch des Deutschen Bundestages. Von der Zuschauertribüne des Plenarsaals aus verfolgten die Gäste einen Vortrag über Aufgaben, Abläufe und Organisationsstrukturen des Parlaments und erhielten so einen unmittelbaren Einblick in die parlamentarische Praxis.
Im anschließenden persönlichen Austausch mit Dr. Cornell Babendererde stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele aus dem Landkreis direkt betrifft: die geplante Neubautrasse der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Hannover. Die Abgeordnete bekräftigte ihre klare Haltung gegen den Streckenneubau und verwies auf den Alpha-E-Kompromiss, für den sie sich bereits seit Monaten intensiv einsetzt. Dieser biete eine tragfähige Grundlage, um die bestehende Strecke auszubauen und die Kapazitäten im Schienenverkehr zu erhöhen, ohne die Region durch eine neue Trasse langfristig zu belasten.

„Es ist nicht die Aufgabe der Deutschen Bahn, politische Entscheidungen vorwegzunehmen oder den Eindruck zu erwecken, es gebe nur eine einzige Lösung“, betonte Dr. Babendererde. „Über den Ausbau der Schieneninfrastruktur zwischen Hamburg und Hannover entscheidet der Deutsche Bundestag – und nicht der Bahnkonzern. Am 20. April findet eine öffentliche Anhörung zu diesem Thema statt und ich habe mich bereits dafür eingesetzt, dass Vertreter unserer Region dort Gehör finden. Fest steht: Das Alpha-E ist die Lösung für unsere aktuellen Probleme mit der Schieneninfrastruktur in unserer Heimat, da es diese erheblich schneller beheben kann als eine Neubautrasse.“

Auch Fragen zu Bürokratie und Dokumentationspflichten wurden diskutiert. Die Gäste schilderten konkrete Herausforderungen aus ihrem Alltag, auf die Dr. Babendererde direkt einging und den aktuellen Stand sowie das weitere Vorgehen in der parlamentarischen Arbeit erläuterte.
Dabei machte sie zugleich deutlich, dass Bürokratie auch wichtige Funktionen erfüllen kann: „Bürokratieabbau ist notwendig, aber als Rechtsstaat brauchen wir auch klare Regeln und nachvollziehbare Verfahren – etwa, um Korruption vorzubeugen und den Verbraucherschutz zu gewährleisten“, so die Abgeordnete. Entscheidend sei jedoch das richtige Maß: „Am Ende gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.“

„Die Informationsfahrt zeigt, wie lebendig Politik wird, wenn Menschen sie vor Ort erleben – und wie wichtig es ist, dass die Anliegen aus der Region bei den politischen Entscheidungen in Berlin eingebracht und berücksichtigt werden“, so Dr. Babendererde abschließend.