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Besuch der Biogasanlage in Stelle

Die Zukunft der Biogasbranche stand im Mittelpunkt eines Besuchs der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Cornell Babendererde auf der Biogasanlage von Heiko Rehwinkel und Peter Meyer in Stelle. Die Abgeordnete, die sich bereits bei mehreren Anlagenbesuchen im Landkreis intensiv mit der Biogastechnologie beschäftigt hat, führte vor Ort einen fachlichen Austausch über die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sie sprach dabei mit den Betreibern Heiko Rehwinkel, Luca Rehwinkel und Peter Meyer. An dem Gespräch nahm weiterhin Jannik Stuhr, CDU-Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Stelle, teil.

Die seit 2011 betriebene Anlage in Stelle zeigt exemplarisch, welches Potenzial in moderner Bioenergie steckt: Mit der jährlichen Leistung von 7.000.000 kWh können etwa 2.000 Haushalte mit klimaneutralem Strom versorgt werden. Als Einsatzstoffe kommen unter anderem Silomais, Grassilage, Rindergülle und Rindermist zum Einsatz. Zusätzlich wird die entstehende Wärme von ebenfalls 7.000.000 kWh effizient eingesetzt, etwa zur Beheizung der Gewächshäuser einer nahegelegenen Gärtnerei. „Mit unserer flexiblen Stromproduktion bieten wir eine sinnvolle Ergänzung zur Windkraft und Photovoltaik, zudem ist unser Strom im Gegensatz zu den geplanten Gaskraftwerken erneuerbar“, so Luca Rehwinkel.

Vor diesem Hintergrund rückten im Gespräch vor allem die Perspektiven für bestehende Anlagen in den Fokus. In den kommenden Jahren endet für zahlreiche Biogas-anlagen die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ohne verlässliche Anschlussregelungen droht vielen Betrieben das wirtschaftliche Aus. Nach Angaben der Betreiber sind deutschlandweit rund 10.000 Anlagen betroffen.

Heiko Rehwinkel erklärte: „Viele Betriebe würden ihre Anlagen gern zu flexiblen Speicherkraftwerken weiter-entwickeln, stehen aber aktuell vor der Frage, ob sich dieses überhaupt noch lohnt. Ohne Planungssicherheit können notwendige Investitionen in die Flexibilisierung nicht umgesetzt werden.“

Der Steller CDU-Bürgermeisterkandidat, Jannik Stuhr, unterstrich die Bedeutung der Anlage für die Region: „Biogasanlagen können Klimaschutz mit regionaler Landwirtschaft verbinden und stärken die Wertschöpfung vor Ort. Für unsere Gemeinde ist es wichtig, dass diese Strukturen erhalten bleiben.“

Zu den zentralen Anliegen der Branche zählen unter anderem mehr Planungssicherheit im EEG ab 2027, ein höheres Ausschreibungsvolumen für flexible Anlagen sowie bessere Möglichkeiten zur Integration in die Stromnetze. 

„Biogasanlagen sind Bestandteil eines stabilen Energie-systems, weil sie flexibel und bedarfsgerecht Strom bereitstellen können. Damit dieses Potenzial künftig genutzt werden kann, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen über das Jahr 2027 hinaus. Der Besuch hat wieder einmal deutlich gemacht, wie wichtig die Erfahrungen aus der Praxis für die energiepolitischen Entscheidungen der kommenden Jahre sind „, betonte Babendererde.

Die Bundestagsabgeordnete versprach, die genannten Punkte in ihre politische Arbeit in Berlin einzubringen.